Arthouse-Exploitation

Was ist Arthouse? Was ist Exploitation?
Grobe Begriffsbestimmungen: „Art house films are serious artistic works, often experimental and not designed for mass appeal. They are primarily created for aesthetic purposes rather than for commercial profit. Exploitation films are of low moral or artistic merit and attempt to gain financial success by exploiting current trends or filling desires for lurid subject matter.“
Dieser Blog ist Filmen gewidmet, die ich für eine gelungene Mischung aus beiden Überbegriffen halte. Nach und nach werden sowohl aktuellere oder weniger gelungene Beispiele für diese Symbiose besprochen werden. Es wird immer wieder Filme geben, von mir als „Para Arthouse“ bezeichnet, deren Gehalt an exploitativen Elementen gering ist, die aber aufgrund ihres Inhalts den einen oder anderen zartbesaiteten Zuschauer aus dem Kinosaal jagen würden. Auch auf sie wird hier eingegangen.
Nur ein Dogma wird radikal eingehalten werden: Auf US-amerikanische Filme wird lediglich zu Vergleichszwecken zurückgegriffen, ansonsten werden sie ignoriert. Es gibt einfach zu viele Meisterwerke da draußen, die in der Videothek oder der Glotze unter den Tisch fallen, weil unsere Sehgewohnheiten von Hollywood geeicht werden.
Viele der hier besprochenen Filme sind nicht in Deutschland erschienen, viele werden auch nie hier erscheinen, hauptsächlich aus einem Grund: Der Markt ist zu klein, der Durchschnittskonsument an solchen Grenzerfahrungen nicht interessiert. Somit lohnt sich eine Veröffentlichung, auch hinsichtlich diverser Zensurmechanismen, in Deutschland nicht.
Manche der hier besprochenen Filme haben sich auf dem internationalen Markt nicht durchgesetzt und sind nicht einmal mit Untertiteln erhältlich, andere sind sogar nur als VHS erschienen. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe, dem Leser mit Links zur Erhältlichkeit der besprochenen Filme den Arsch nachzutragen: So viel Eigeninitiative setze ich bei Interesse voraus.
Als ich einmal in einem Kino eine Filmreihe organisiert habe, die sich ausschließlich solchen Filmen widmete, kam ein Freund zu mir an und meinte: „Das mögen ja alles tolle Filme sein, die du da zeigst. Aber ich habe tagsüber so viel Stress auf der Arbeit, dass ich in meiner Freizeit nicht noch Filme sehen möchte, aus denen ich schlecht gelaunt raus gehe.“ Sehe ich anders: Für mich sind solche Filme wie die Kreuzworträtsel meiner Oma. Es sind Filme gegen die Trägheit des eigenen Geistes.
Dieser Blog ist somit all jenen gewidmet, die verstanden haben, dass die Welt bunt, manchmal grau, aber niemals schwarz-weiß ist; allen, die gewillt sind, über den Tellerrand zu blicken; allen, die ihre frühkindliche Hollywood-Setzkasten-Konditionierung hinter sich lassen wollen; allen, die nicht beim ersten Buchstaben des Abspanns aufspringen und den Projektionsstrahl verdecken.
Für einen Grat statt Graben zwischen Arthouse und Exploitation.
reda, Juni 2013
herrmann2
Zum Selbstverständnis:
Ich sehe mich nicht als Filmkritiker oder Filmtheoretiker, eher als dieses Unwort „Fan Boy“, d.h. als jemand, der gerne und viel Filme guckt und zum einen oder anderen Film seinen Senf dazugeben will.
Ich werde in meinen Besprechungen nicht wirklich analytisch vorgehen. Ich kann das nicht und will das nicht können, weil es den Spaß an der Freud verdirbt. Das sollen die machen, die sich als die obig Erstgenannten verstehen. Ich gehe vom „mündigen Bürger“ aus, der durchaus in der Lage ist, reflektiert die Umwelt und Filmwelt wahrzunehmen.
Ich werde versuchen, einigermaßen angemessen (bisweilen flapsig, bisweilen polemisch) der Allgemeinheit weniger bekannte Perlen aus der Filmgeschichte nahe zu bringen. Anders als bei Besprechungen aktueller Filme sehe ich es daher als dringend notwendig an, die Kurzbesprechungen mit Screenshots „aufzulockern“, weil ohne Anschauungsmaterial die pure Text-Information im Gehirn-Plumpsklo versickert. Filme sind vorrangig Bilder, der prägnanteste Sinn ist der optische, also ist eine derartige Dokumentation nur logisch.
Rücksicht auf gängige Meinungen oder Ikonen wird nicht genommen werden. Das ist meine vielleicht etwas nonkonforme Sicht auf die Filmgeschichte, ganz nach dem Motto: „Wer Freunde hat, frisst auch kleine Kinder.
Na denn, viel Spaß mit den Besprechungen.
reda, Juli 2014
herrmann3

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