ZWISCHEN BEAT UND BETT (The Touchables)

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Großbritannien 1968
Regie, Vorlage: Robert Freeman
Drehbuch: Ian La Frenais, David Cammell, Donald Cammell
Produzent: John Bryan
Kamera: Alan Pudney
Musik: Nirvana, Ken Thorne
Darsteller: Judy Huxtable (Sadie), Esther Anderson (Melanie), Kathy Simmonds (Samson), Monika Ringwald (Busbee), David Anthony (Christian, the Rockstar)
91 min

Blasengelümmel macht leider keinen Vollblut-Kultfilm

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In den Beat/Mod/Popart-Untiefen der 60er Jahre ist noch so manch unentdeckte Perle vergraben. ZWISCHEN BEAT UND BETT zählt leider nur in Momenten dazu, auch wenn die Fülle der Screenshots hier gar Glorioses, wenn nicht sogar ein „Neglected masterpiece“ vermuten lässt.
Die Prämisse des Produzenten war dabei gar nicht dumm: Man nehme vier angesagte Models/Jungschauspielerinnen, lasse sie einen Rockstar entführen, in einer ultra-retro-futuristischen durchsichtigen Plastikkugel umgarnen, mixe noch einen schwulen, bösen Wrestler hinzu, der ebenfalls hinter potenziellem Lösegeld her ist und schon hat man einen Kultfilm, der sich sehen lassen kann.
Nur manchmal haben eben auch damals schon die Zuschauer nicht alles geschluckt. Das dümpelt und dümpelt und dümpelt, aber nicht im kultverdächtigen, nicht schwelgerischen Sinne. Bis zur Entführung wird z:B. schon die erste halbe Stunde verplempert, mit Mädelsgelümmel, Wrestlingszenen und langweiligen hippen Partys.
Der potenzielle Pepp, der Schweinkramfaktor, ist gigantisch nicht-existent, denn obwohl alle Mädels nacheinander über unseren Helden herfallen, bewegt sich das ungefähr auf Uschi-Glas-Freizügigkeitsniveau. Das mag für 1968 und gemessen an der Thematik zwar unglaublich klingen, aber selbst der Pfaffe aus CINEMA PARADISO würde hier kein Glöckchen läuten.

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Größtes Manko aber: Der politische Ansatz, bzw. der emanzipatorische ist nicht da. Warum machen die Mädels das? Aus Langeweile. Weil sie Mode- und Zeitgeistzombies sind. Und dann glotzen sie brav girlie-mäßig vollverblödet, als die bösen Buben kommen und mit dem entführten Rockstarbubi wirklich ein paar Kröten lockermachen wollen. Apropos Mädels: Mimisch-kritisch halt ich besser den Rand, um nicht unflätig zu werden.
Ein marginaler Pluspunkt kann für die technische Seite vergeben werden, denn da ist manchmal durchaus Ambition zu erkennen, aber trotz mancher Dolly-Fahrt und netter Cadrage leider auch nicht viel mehr. Auch hier führen die Screenshots auf eine falsche Fährte und als Deutscher weiß man ja dank Splatterzensur, wie viele Filmsekundenbruchteile solche Stills ausmachen können. Als Partybeamloop taugt das Dingens folglich leider auch nicht, weil zu viel Nebenhandlung an sülzend-grübelnde gute und böse Wichte verplempert wird (etwa knapp die Hälfte der Laufzeit).
Es gibt aber auch echte Lichtblicke, stylischerseits: Die transparente Plastikkugel mitten in der englischen Natur haut einfach um, die Vorspanncredits gehen fast als jamesbondig durch und dann ist da noch eine psychedelische Tanzszene zu einer Rückpro positiv anzumerken.
Ansonsten, so leid es mir tut: Eine „Wiederentdeckung“ tut leider nicht wirklich not. Nicht gestern, nicht heute und vermutlich auch nicht nach dem Ende der Menschheit. Oder man stellt sich den eigenen 30-minütigen Party-Loop zusammen.
Naja.
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Arthouse-Exploitation-Gewichtung 80:20

Schulnote: 3

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
NEROSUBIANCO (Tinto Brass)
FEMINA RIDENS (Piero Schivazappa)
EROTISSIMO (Gerard Pires)
mochten.

Hier der Trailer, aber nur für Menschen, die nicht aus Deutschland sind, da das titelgebende Lied von der Hippieband Nirvana ist (und der Film von 20th Century Fox verliehen wurde)

Und noch einige Stills (nicht wenige):
Der Vorspann
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Die Tanzszene
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Die Kugel
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Die Kugel kollabiert
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