CRIMINAL WOMAN: KILLING MELODY (Zenka onna: Koroshi-bushi)

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Japan 1973
Regie: Atsushi Mihori
Drehbuch: Fumio Konami, Hiro Matsuda
Produzent: Kenji Takamura, Kineo Yoshimine
Kamera: Masahiko Iimura
Musik: Masao Yagi
Darsteller: Reiko Ike, Miki Sugimoto
83 min

Miki Sugimoto 9: Der reinste Frauenpower-Eintrag des Pinky Violence

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Der böse Yakuza Oba (Ryoji Hayama) hat den Papa von Maki (Reiko Ike) auf dem Gewissen, weshalb Maki den Gangsterboss gleich in der 28. Filmsekunde abstechen will. Doch das misslingt: Sie kommt in den Knast und freundet sich dort nicht nur mit den kriminellen Girlies Yukie (Masami Soda), Natsuko (Chiyoko Kazama) und Kaoru (Yumiko Katayama) an, sondern auch mit dem Ultra-Tough-Chick Masayo (Miki Sugimoto). Als Maki wieder aus dem Knast kommt, will sie ihre Rache an Oba endlich vollenden. Einziges Problem: Masayo ist jetzt sein Liebchen…
Über CRIMINAL WOMAN: KILLING MELODY wurde schon viel geschrieben, weshalb ich hier nur ein paar Infos ergänzen möchte. Die beiden Freundinnen Reiko Ike und Miki Sugimoto zelebrieren hier gleich zweimal den Pinky Violence-Oberstandard: Nach GIRL BOSS 3 und 4 und TERRIFYING GIRLS HIGH SCHOOL 1 und 2 mit ihrem fünften und sechsten Catfight in nur 14 Monaten. Vor allem die erste dieser beiden Kloppereien nimmt SIE LEBEN von John Carpenter vorweg. Gnadenlose acht Minuten dauert das Ganze und immer wenn man glaubt, es sei vorbei, geht es nochmal weiter. Aber das geht schon okay, denn es sollte auch das letzte Mal sein. Danach trennten sich die filmischen (und privaten?) Wege der Prügel-Ikonen.
Jenseits davon, dass CRIMINAL WOMAN: KILLING MELODY einer der besseren Pinky Violence-Einträge ist, kann er noch mit weiteren Klischee-Korrosionen aufwarten:
Diesmal ist Ike die Heldin und Sugimoto steigt nur langsam zur Sympathin auf.
Hier wird (fast) keine Frau vergewaltigt (eine zehnsekündige Vergewaltigungsrückblende kann in diesem Genre getrost als marginal bezeichnet werden), eher das Gegenteil: Kaoru sitzt sogar u.a. wegen Vergewaltigung eines Mannes ein.
Es stirbt auch keine einzige Frau aus der Gang, womit der Standard-Plotpoint des Pinky Violence auch nicht gegeben ist. Ike als Maki will einfach nur den Tod ihres Vaters rächen.
Generell kann CRIMINAL WOMAN: KILLING MELODY als der feministischste aller Pinky Violence-Filme erachtet werden, da ausschließlich die Frauen die Heldinnen sind und die Männer ohne Ausnahme unglaubliche Doofköppe. Nicht einmal ein Quoten-Bombentyp wurde ins Drehbuch geschrieben. Die Frauen gehen zwar Auge um Auge vor, aber systematisch: Sie klügeln einen Plan aus, infolgedessen sich die verfeindeten Männertrottel gegenseitig aufreiben und sie nur die Reste weg räumen müssen. Zum Schluss, nachdem auch Masayo übergelaufen ist, trotten alle fünf in den Sonnenuntergang, gewillt, weiteren Männern das Leben schwer zu machen.

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Die Beteiligten: Die drei Knastschwestern Makis sind allesamt pinky violence-gestählt, vor allem Yumiko Katayama. Deren berühmteste Szene dürfte die Lesben-Szene mit Meiko Kaji im ersten SASORI sein. Angefangen hat sie mit Nebenrollen in Teruo Ishiis Ero Guro Phase, dann kam eine Hauptrolle in dem Fernsehpendant zu den Pinky Violence-Kinofilmen, nämlich PLAYGIRL: Das war eine Krimiserie, die weit vor DREI ENGEL FÜR CHARLIE entstand und deren Nudity-Faktor während der 287 Folgen zwischen April 1969 und September 1974 zunehmend anstieg. Nahezu jede Pinky Violence-Ikone war dort zumindest mit einer Gastrolle vertreten.
Chiyoko Kazama war schon die Sukeban Lily in Norifumi Suzukis QUEEN BEE’S CHALLENGE und Masami Soda hatte eine Nebenrolle in den beiden ersten RICA-Filmen.
Regisseur Atsushi Mihori inszenierte insgesamt nur fünf Spielfilme, bevor er in die reine Produktionsbranche wechselte. CRIMINAL WOMAN: KILLING MELODY, im Oktober 1973 erschienen, war ein kurzes Intermezzo während seiner HIJO GAKUEN WARU-Trilogie (März und Juli 1973 sowie März 1974). Vorlage für die Filmreihe war die erstmals 1970 erschienene Manga-Reihe „Waru“ (Badass) von Hisao Maki und Joya Kagemaru, in der das jugendliche „Bad Ass“ Yoji Nagamuro an einer Eliteschule resozialisiert werden soll. Jedoch drehen sich bald die Fronten und Yoji wird zum Kämpfer gegen die Ungerechtigkeiten an dieser Schule. Hauptdarsteller Hayato Tani hat sich danach zu einem viel beschäftigten und anerkannten japanischen Mainstream-Schauspieler gemausert.
Im Oktober 1974 erschien noch NINKYO HANAI CHIRIN mit Tatsuya Fuji (IM REICH DER SINNE) und Yumi Takigawa (SCHOOL OF THE HOLY BEAST), ein typischer Yakuza-Heuler aus dem Hause Toei. Noch kein einziger von diesen vier Filmen hat einen imdb-Eintrag.
reda

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PS: Alle Screenshots entstammen der Toei-DVD, deren Bild qualitativ dem der amerikanischen Panik House-Veröffentlichung zwar unterlegen ist, aber dafür nicht beschnitten. Das Manko der Panik House DVD ist seltsamerweise, dass trotz eines fast gleichen Seitenverhältnisses zur Toei-DVD (aus welchem Grund auch immer) „reingezoomt“ wurde, d.h. einiges an Bildinformation abgeschnitten wurde. Hier ein Screenshot-Vergleich

Panik House DVD
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Toei DVD
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Ich habe mir hier mal die Mühe gemacht, das exakt gleiche Bild beider DVDs übereinander zu legen. Die amerikanische Version ist kontrastreicher, heller und schärfer, aber eben beschnitten.
us in jap
Arthouse-Exploitation-Gewichtung 30:70

Schulnote: 2+

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
TERRIFYING GIRLS’ HIGH SCHOOL: WOMEN’S VIOLENT CLASSROOM (Norifumi Suzuki)
GIRL BOSS GUERILLA (Norifumi Suzuki)
TERRIFYING GIRLS’ HIGH SCHOOL: LYNCH LAW CLASSROOM (Norifumi Suzuki)
mochten

Alle weiteren Regie-Arbeiten Atsushi Mihoris

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HIJO GAKUEN – WARU 2: KIOSHI KARI非情学園ワル教師狩り1973-7-29

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HIJO GAKUEN – WARU 3: NERIKAN DOKISEI 非情学園ワルネリカン同期生 1974-3-30

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