OH! WOMEN: A DIRTY SONG (A! Onnatachi: Waika)

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Japan 1981
Regie: Tatsumi Kumashiro
Drehbuch: Haruhiko Arai
Produzent: Akira Miura
Kamera: Yoshihiro Yamazaki
Musik: Yuya Uchida
Darsteller: Yuya Uchida, Reiko Nakamura, Yuriko Sumi
82 min

Asoziales Rockstar-Porträt mit Kultfaktor

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Yuya Uchida ist IMO der beste japanische Schauspieler der 80er. Und am allerbesten ist er, wenn er nichts macht. Dieses markante ausdruckslose, fast emotionslose Gesicht ist ideal für Filme wie POOL WITHOUT WATER, MOSQUITO ON THE 10TH FLOOR oder NO MORE COMICS. Deshalb war ich ein bisschen erstaunt, wie der Mann, der ja auch noch Rocksänger ist, auf der Konzertbühne aus sich heraus gehen kann. OH! WOMEN: A DIRTY SONG ist ein Film übers Rockbusiness und weils ein Roman Porno ist, darf er eben das zeigen, was Filme ähnlichen Kalibers nur andeuten dürfen: Die Exzesse.
Yuya Uchida mimt den erfolglosen Rocksänger Joji Takagawa, der zum Lebensunterhalt Karaoke singen muss. Aber wenn er mal mit seiner Band auf der Bühne steht, lässt er die Sau raus. Arschzeigen ist da noch das Mindeste. Frauen in der ersten Reihe dürfen auch schon mal fellatiös sein Glied umschlingen. Joji ist eben ein Rockarschloch, wie es im Buche steht: Frauen sind Fickfleisch. Ihm ist es egal, ob es sich um seine Exfrau Keiko, die Prostituierte Yoshie oder die Krankenschwester Yoko handelt. Jede, die nicht bei Eins auf dem Baum ist, wird flachgelegt. Und obwohl er so ein Arschloch ist, stehen die Frauen drauf, denn das gehört ja zu einem „echten“ Rockstar. Deshalb hat Joji auch kein Problem damit, sich nicht um seinen Sohn Yusuke zu kümmern oder eine Menage a Trois mit Yoshie und Yoko anzuleiern. Zuerst bekriegen, dann lieben sich die Frauen. Und jede buhlt darum, das Alphaweibchen bei ihm zu sein. Doch als Joji endlich den Sprung in die Charts schafft, vergewaltigt er nach einem exzessiven Konzert Kazumi, die Freundin seines Managers Yutaka. Damit ist die potenzielle Karriere des durchaus gewaltbereiten Sängers endgültig vorbei und er driftet ganz ab. Als Erstes geht er eine Straße entlang und haut wahllos jedem Zweiten aufs Maul…

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Tatsumi Kumashiros Rock Roman Porno hat einiges an Kultfilmpotenzial, da er zwischen Rockstar-Kritik und Lebenswandel-Glorifizierung pendelt. Das mit dem Kultfilm hat auch insofern geklappt, da es mit Yuya Uchidas (*1939) gerade stagnierender Karriere (1963-jetzt) als Sänger und erst recht als Schauspieler danach steil bergauf ging; und das, obwohl er in OH! WOMEN: A DIRTY SONG einen wirklich absolut asozial-unsympathischen Dreckstyp mimt.
In Kumashiros Rock-Abgesang wird viel gevögelt und das durchaus naturalistisch, d.h. größtenteils ohne Rekel-Overacting. Diverse Kopulationsszenen sind thematisch bedingt auch der eher gröberen Art: Als Yoko das zweite Mal mit Joji (sich gegenseitig würgenderweise) schläft, klingelt das Telefon und Yoshie ist dran. Yoko wickelt Joji das Kabel um den Hals, sodass Yoshie am Telefon die Orgasmen der beiden anderen ertragen muss. Noch sexuell grenzwertiger ist eine weitere Violent-Sex-Scene: Wie gesagt, die beiden Frauen buhlen um den Rocker. Als Yoshie in Anwesenheit von Yoko mit Joji schläft, schnappt sich Yoko ein Messer, rammt es ihm in den Fuß, leckt die Wunde ab und verbindet sie halbwegs. Yoshie springt angewidert von Joji runter und Yoko besteigt nun den Rocker. Das folgende Gestöhne von Yoko und Joji wird erneut von Yoshies Gewinsel begleitet.
OH! WOMEN: A DIRTY SONG gilt nicht umsonst als einer der besten Roman Porno. Wer aber die dazugehörige DVD unter dem Alternativtitel ROLLING ON THE ROAD kaufen möchte, darf dafür, da längst OOP, zum Beispiel bei amazon Japan lumpige 70.000 Yen, also etwa 500 Euro, hinblättern.
reda

P.S. Obwohl nicht genannt: Der youtube-Clip im Anhang ist aus OH! WOMEN: A DIRTY SONG

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Arthouse-Exploitation-Gewichtung 40:60

Schulnote: 1-

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
POOL WITHOUT WATER (Koji Wakamatsu)
NO MORE COMICS (Yojiro Takita)
MOSQUITO ON THE 10TH FLOOR (Yoichi Sai)
mochten

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