DIE WÖLFIN (La Louve solitaire)

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Frankreich/Italien 1967/68
Regie: Edouard Logereau
Vorlage: Albert Sainte-Aube (Groschenroman)
Drehbuch: Marcel Jullian
Produzent: Jean-Paul Guibert
Kamera: Roland Pontoizeau
Musik: Francis Lai
Darsteller: Daniele Gaubert, Michel Duchaussoy, Julien Guiomar
91 min

Fader 60er Female Spy-Movie

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Francoise ist eine ehemalige Trapezkünstlerin, die als Meisterdiebin a la ÜBER DEN DÄCHERN VON NIZZA reiche Schnösel bestiehlt. Doch die Polizei ist ihr auf den Fersen, macht sie bei einem ihrer Raubzüge dingfest und überzeugt sie, die Drogenmafia zu bestehlen. Die lassen sich das nicht gefallen und sind jetzt hinter ihr und ihrem neuen Liebhaber her.
So sehr ich es auch nicht möchte, aber ich muss leider die rar gesäten Kritiken zu diesem Film unterschreiben. Der 1967 gedrehte Eurospy DIE WÖLFIN ist in etwa die weibliche Variante von Umberto Lenzis KRIMINAL (1966). Nicht nur die Kostüme der Hauptfiguren sind ähnlich, der nicht vorhandene Spannungsbogen leider auch. Bis auf eine einigermaßen interessante Häuserkletterszene in der Mitte des Films dümpelt DIE WÖLFIN so vor sich hin. Viel Laber-Rabarber in Studiosets, inklusive gelangweilter Darsteller, die ihre nicht wenigen uninteressanten Dialoge runterrattern und, perfekt damit harmonierend, eine Love Story, bei der die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern Daniele Gaubert und Michel Duchaussoy einfach nicht stimmt.

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Frau Gaubert, die KAMELIENDAME 2000, (und ihr Stuntdouble) hat hier als „einsame Wölfin“ (Louve solitaire) die traurige Aufgabe, in einem schwarzen hautengen Spandexanzug das Geplätscher des Films ein bisschen aufzupeppen. Ist ja schön anzusehen, nur reicht das nicht für eineinhalb Stunden. Und da man dieses Treiben dann eher lustlos betrachtet, widmet man sich dann so Fragen wie „Also, die liebe Francoise steht gerade auf dem Dach eines Hauses und greift nach ihrem Trapez, um sich auf ein anderes Haus rüber zu schwingen. Aber wo ist das Trapez befestigt? An einer Regenwolke?“ oder „Ist ja schön, dass der drehbuchirrelevante Regen die gute Francoise durchnässt, aber wieso hat ihr keiner gesagt, dass dadurch ihr (oder der des Stuntdoubles) riesiger Omaschlüpfer zu sehen ist?“ Ja, das ist gemein, aber was macht man nicht alles aus Langeweile?
reda

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P.S: DIE WÖLFIN wird oft mit GEFAHR DIABOLIK verglichen. Nur dass Logereaus Film auf einem gleichnamigen Schundroman beruht und nicht auf dem italienischen Fumetto. Wirft man allerdings einen Blick auf die Entstehungsgeschichte von Mario Bavas Film, wirkt der Vergleich nicht mehr so hinkend. Denn schon 1965 sollte DIABOLIK unter der Regie von Seth Holt in Schwarz-weiß verfilmt werden, weshalb Pre-Production-Fotos mit Jean Sorel als Diabolik und Elsa Martinelli als Eva Kant geschossen wurden (siehe im Anhang). Und so Spandex-Stoff ist ja sowieso ziemlich Unisex…
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Arthouse-Exploitation-Gewichtung 20:80

Schulnote: 4

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
MODESTY BLAISE (Joseph Losey)
FEUERDRACHE (Leslie H. Martinson)
GEFAHR DIABOLIK (Mario Bava)
mochten

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