ISABELLA – MIT BLANKER BRUST UND SPITZEM DEGEN (Isabella, Duchessa Dei Diavoli)

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Italien/Bundesrepublik Deutschland 1969
Regie: Bruno Corbucci
Vorlage: Giorgio Cavedon (Fumetto)
Drehbuch: Mario Amendola, Giorgio Cavedon, Elisabeth Förster
Produzent: Italo Martinenghi, Rob Houwer
Kamera: Fausto Zuccoli
Musik: Sante Romitelli
Darsteller: Brigitte Skay, Mimmo Palmara, Fred Williams
90 min

ANGELIQUE für Fortgeschrittene: Mantel und Degen und Titten und Folter

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Die arme Isabella muss als Blag mit ansehen, wie ihre Eltern von einem bösen Baron gemeuchelt werden. Im Erwachsenenalter bekommt sie ihre Chance auf Rache, als sich der böse Wicht in ihre reifen Früchte verguckt. Aber nicht nur er: Ein Zigeuner und ein Quotenschönling wollen auch mal ran. Dazwischen wird gepimpert, gefoltert und gemetzelt. Und irgendwann ist der Film dann aus.
Ach, das goldene Zeitalter des Sleaze. Sogar im Mantel-und-Degen-Film wucherte Ende der 60er die Gier nach Sex und Gewalt. Hier wird niederen Instinkten gefrönt, was das Zeug hält. ISABELLA addiert zu einer klassischen ANGELIQUE-Handlung etwas Schweinkram zur Laufzeit und suhlt sich vorrangig in homo- und heterosexuellen Reigen von Isabella und noch zwei, drei anderen Damen. Die Vorlage zum Film ist ein gleichnamiges Fumetto, also ein italienisches Erwachsenen-Comic, das eben nicht so liebevoll wie z.B. DANGER DIABOLIK umgesetzt wurde.

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Auf youtube scheint sich jemand die Mühe gemacht zu haben, 90% des Films online zu stellen, also in bester deutscher Tradition nur die Handlungsfüllszenen drin zu lassen, aber den Exploitation-Vordergrund seinem Zielpublikum vorzuenthalten. Lohnt sich aber trotzdem, sich den Hosenscheißer-Cut einmal anzusehen, denn so kann wunderbar die Lieblosigkeit dieses Produkts ohne Schundablenkung bewundert werden. Denn ISABELLA ist fast 100%ige Exploitation ohne Gehirnzellen-Nährwert: Der Film wurde runtergerotzt, das Script durch den Kopierer gedroschen (falls es damals so etwas schon gab), die Kamera sehnt sich nach den Drehschlussbierchen, die Ausleuchtung ist folgerichtig jenseits des Pimperanto auch fürn Arsch (man muss schon Prioritäten setzen), die Schauspieler scheiße hölzern und die Fechtszenen so langweilig choreografiert, dass sogar Fünfjährige nach fünf Minuten umschalten würden. Und das Ausgepeitsche und Rumgelecke hat man auch schon interessanter gesehen.
Bruno Corbucci war eben Handlanger des kapitalistischen Prinzips. Das ein oder andere Werk sticht in seiner Filmografie mit etwas Innovation hervor, ansonsten waren seine Filme Bedürfnisbefriedigung des jeweiligen Zeitgeistes.
Die Screenshots entstammen der italienischen DVD ohne Untertitel. Die braucht aber auch wirklich kein Mensch, denn gegen diesen Film ist sogar KRIEG DER STERNE very tarkovskian.
reda

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Arthouse-Exploitation-Gewichtung 5:95

Schulnote: 4-

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
Letztes Jahr in Marienbad (Alain Resnais)
Berlin Alexanderplatz (Rainer Werner Fassbinder)
Ostwind (Jean-Luc Godard)
mochten.

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