HIPSTERS (Stilyagi)

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Russland 2007/2008
Regie: Waleri Todorowski
Drehbuch: Juri Korotkow, Waleri Todorowski
Produzent: Wadim Gorjainow, Leonid Lebedew, Leonid Jarmolnik, Waleri Todorowski
Kamera: Roman Wasjanow
Musik: Konstantin Meladze
Darsteller: Anton Schagin, Oksana Akinschina, Maxim Matwejew , Ekaterina Vilkova
131 min

Poppiges Rock-Musical über eine 50er-Jahre Subkultur

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Oksana Akinschina ist die Natalie Portman Russlands. Die mittlerweile 27-Jährige steht seit ihrem 13ten Lebensjahr (SYOSTRY) eigentlich nonstop vor der Kamera und hat schon eine gescheiterte Ehe, zwei Geburten und einen Gastauftritt in THE BOURNE SUPREMACY hinter sich. Ihr erfolgreichster Film bis jetzt dürfte das Rock’N’Roll-Musical STILYAGI sein, das für den internationalen Markt mit HIPSTERS übersetzt wurde.
STILYAGI, inszeniert von Piotr Todorowskis (INTERGIRL) Sohn Waleri, ist ein russischer Big-Budget-Hit. 15 Millionen Dollar hat das Ding gekostet und mit Leichtigkeit wieder herein geholt. An allen Ecken und Enden strotzt der Film vor Amerikanismen, was jetzt nicht abwertend gemeint ist, sondern das Thema des Films.
In der Sowjetunion der 50er Jahre gibt es eine Subkulturbewegung, die sogenannten „Stilyagi“, die ihre Kleidung und den Lebenswandel arg von der gerade in Amerika aufkommenden Jazz-Musik ableiten. Mels ist Mitglied eines biederen sozialistischen Säuberungskommandos, das die Partys dieser Stilyagi stürmt und den Asozialen Haare und Klamotten verstümmelt. Nur leider verknallt sich Mels in die Stilyagi Polly, was ihn Stück für Stück selbst zum Stilyagi mutieren lässt.

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STILYAGI ist in Russland zum Kultfilm avanciert und war Publikumsliebling auf manchen internationalen Festivals. Kein Wunder, denn der Film wirkt wie das russische Pendant zur Musical-Version von John Waters HAIRSPRAY (2007). Beide Filme glänzen mit einem mitreißenden Retro-Rock-Soundtrack, poppigen Farben und Kostümen, großartigen Schauspielern und einer Geschichte, die brav allen bekannten Kitschregeln folgt. Ja, auch das Post-John-Waters-Ding, um hier mal ein paar Waters-Fans auf die Füße zu treten.
Logischerweise war der internationale Erfolg von STILYAGI leider nicht so dolle, was mal wieder an der Faulheit des Publikums liegt, Untertitel mitlesen zu müssen, denn die russisch gesungenen Musical-Einlagen sind teilweise sogar erzählerisch.
Naja, wer die DVD oder sogar Bluray von STILYAGI in die Finger kriegt und eine Musical-Version von HAIRSPRAY nicht als größte Sünde vorm Herrn versteht, wird auch von STILYAGI nicht enttäuscht werden.
reda

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Arthouse-Exploitation-Gewichtung weder noch

Schulnote: 1

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
HAIRSPRAY (Adam Shankman)
ABSOLUTE BEGINNERS (Julien Temple)
WEST SIDE STORY (Robert Wise)
mochten

Und weil das A und O eines Musicals die Musik ist: Im Anhang drei youtube-Clips (hier leider ohne Untertitel): Als Erstes der Trailer. Das Zweite ist der beste, wenn auch für den Rest des Films untypische, Song, der musikalisch und optisch den „real existierenden Sozialismus“ persifliert und als Drittes die Schlussnummer, eine Plansequenz mit zig Komparsen.

Trailer

Sozialismusabgesang „Skovannyye odnoy tsepyu“

Filmabgesang „Shalyay-valyay“

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