TOKUGAWA SEX BAN: LUSTFUL LORD (Tokugawa sekkusu kinshi-rei: shikijo daimyo)

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Japan 1972
Regie: Norifumi Suzuki
Drehbuch: Masahiro Kakefuda, Norifumi Suzuki
Produzent: Kanji Amao
Kamera: Toshio Masuda
Musik: Ichiro Araki
Darsteller: Miki Sugimoto, Sandra Julien, Yoko Mihara, Emi Jo
88 min

Miki Sugimoto 5: Sugimotos erste Hauptrolle – Sex, Gewalt und Eurosleaze

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Suzukis Arbeitstempo 1971/72 war enorm. Nach zwei Filmen (Juli und Oktober 1971) mit Reiko Ike in den Hauptrollen und Miki Sugimoto in Nebenrollen, ließ er für den Film INHERITED SEX MANIA die Französin Sandra Julien (u.a. SEXUAL-TERROR DER ENTFESSELTEN VAMPIRE von Jean Rollin) einfliegen.
INHERITED SEX MANIA erklärt sich schon durch den Titel: Yuki (Reiko Ike), die Tochter einer Prostituierten, versucht in diesem (für Suzuki ungewohnt ernsten) erotischen Rache-Drama verzweifelt, einen anderen Weg als den ihrer Mutter einzuschlagen, scheitert jedoch aufgrund der männlichen Regeln des Milieus.
Sugimoto hatte hier nur ein kurzes lesbisches Tête-à-Tête mit Ike, verschwand aber schon von der Bildfläche, während die Credits liefen.
Wegen einer weiteren Lesben-Szene mit Sandra Julien gab’s dann richtig Ärger mit EIRIN, der japanischen FSK: Nach drastischen Schnitten wurde der Film eine Woche vor Weihnachten 1971 gestartet.
Schon im Februar 1972 folgte der zweite Sukeban-Film QUEEN BEE’S CHALLENGE. Reiko Ike war der schnelle Ruhm zu Kopf gestiegen und noch während der Dreharbeiten verkündete sie, dass sie keine Nacktszenen mehr für Toei drehen würde und unterschrieb einen Vertrag mit einer Plattenfirma, um Sängerin zu werden. Das war zu viel für Toei: Ike flog raus.
„Sugimoto hatte so gesehen wirklich Glück, denn als Ike Toei verließ, wurde sie zum Star. Sandra Julien kam erneut aus Frankreich rüber, also gaben wir Sugimoto die Hauptrolle. Wir wussten, dass sie ihren Job gut machen würde.“ (N.Suzuki)

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Miki spielte also ihre erste Hauptrolle im März 1972 in TOKUGAWA SEX BAN, einer Mischung aus Kostümfilm und Sexkomödie mit einigen SM-Einlagen, die EIRIN abermals zensierte. Insgesamt acht Szenen (wieder einmal mit Sandra Julien) mussten umgeschnitten werden, bevor der Film freigegeben wurde. Inhaltlich ist es schon erstaunlich, wie anzüglich ein Film sein kann, der überhaupt keine expliziten Szenen vorweisen kann: Weil Miki als Frau eines sexuell unerfahrenen Shogun mit Sex nichts anfangen kann, verhängt der gleich im ganzen Land die Todesstrafe für Geschlechtsverkehr, d.h. wer fickt, muss sich den Wanst aufschlitzen. Erst als Miki von der französischen Sex-Sklavin Sandra in die Freuden der Fleischeslust eingeführt wird, wird das Verbot aufgehoben und alle inklusive Miki kopulieren, bis die Schwarte kracht.
Norifumi konnte, wenn er wollte, sauber arbeiten. TOKUGAWA SEX BAN ist hier ein Paradebeispiel. Trotz Termindruck schienen sich er und sein Stammkameramann Toshio Masuda hier die Zeit zu nehmen, einige innovative und akribisch ausgeleuchtete Bildkompositionen aus dem Hut zu zaubern.
Gelungene Einfälle sind da einige, wie z.B. die vielleicht vorsätzlich lächerlichste Harakiri-Szene der Filmgeschichte, der Pimmelstempel, den alle Bauern verpasst bekommen (ungefähr mit der Aufschrift „Don’t touch this Wurst!“) oder die Vergewaltigung Sandras, während der Heiligenbilder auf sie projiziert werden.
Nur die Prämisse, einerseits auf der von Teruo Ishii initiierten misogynen Ero-Guro-Welle mitzureiten und andererseits norifumisch-komödiantisch tumb rumzukasperln, geht nicht auf, zumindest für mich als Nicht-Japaner. In Japan war TOKUGAWA SEX BAN aber Suzukis bisher erfolgreichster Film.
reda

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Arthouse-Exploitation-Gewichtung 40:60

Schulnote: 2+

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
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