VIOLENT PANIC: THE BIG CRASH (Boso panikku: Daigekitotsu)

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Japan 1976
Regie: Kinji Fukasaku
Drehbuch: Fumio Kanami, Yozo Tanaka, Kinji Fukasaku
Produzent: Tatsuo Honda, Naoyuki Sugimoto
Kamera: Toru Nakajima
Musik: Toshiaki Tsushima
Darsteller: Tsunehiko Watase, Miki Sugimoto, Hideo Murota
83 min

Miki Sugimoto 4: Ein tumbes Liebchen im Crashtestderby Deluxe

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1976 war die kurze Zeit (1970-1974) der Powerfrauen vorbei. Karateklopper und Motorradrowdys brauchten Weibchen und keine Frauen, weshalb Miki Sugimoto und Reiko Ike Ballast im Filmgeschäft wurden. Ihr Image war zu sehr mit der Girlgang-Zeit verhaftet, als dass das Proll-Filmstudio Toei wirklich was mit den beiden Schlammcatch-Ikonen anfangen konnte. Beide wurden nur noch für Nebenrollen oder als klassische-Liebchen-von-inkl.-Tittenzeigen gebucht. Miki z.B. hatte nach ihrem TIGER VON OSAKA nur noch einige Nebenrollen in Toei-Exploitation-Schinken oder ART-THEATRE-GUILD-Produktionen, bevor sie sich schon mit 24 aus dem Filmgeschäft ins ganz private japanische Weibchen-Schema zurückzog.
In BIG CRASH, ihrem vorletzten Film (danach folgte nur noch der atg-Film LOVE AND ADVENTURES OF KUROKI TARO), durfte sie schon mal fürs Privatleben üben. Dort mimt sie das treudoofe, etwas bitchige Liebchen des Bankräubers Yamanaka (Wie schon in WILD SEX GANG gespielt von Tsunehiko Watase).
Der Haupthandlungsstrang von BIG CRASH ist klischeebeladen ohne Ende, wird aber mit Nebenhandlungen etwas aufgepeppt. Yamanako und sein Kumpel Seki sind Hit-and-Run-Bankräuber, die gerade Japans Großstädte unsicher machen. Wichtig ist ihnen, weg zu sein, bevor der Alarm losgeht. Es kommt, wie es kommen muss. Eines Tages gehts schief, Seki kommt wortwörtlich unter die Räder (eines LKWs) und ist tot. Yamanaka will mit der Beute nach Brasilien fliehen, allerdings ohne sein Liebchen Michi, die für ihn jenseits von Pimpern eher ein Klotz am Bein ist. Dann sind da die Nebenhandlungen. Ein etwas lästiger, weil arg grimassierender, Polizeitrottel will endlich mit der Festnahme Yamanakas den Spott seiner Kollegen beenden. Der Bruder des toten Seki will den Anteil der Beute. Und dann ist da noch der völlig bizarre Nebenstrang um einen Automechaniker, der so verliebt in das Auto eines Kunden ist, dass er es nach jeder Reparatur erneut zerkratzt, um es wieder reparieren zu können. Doch der Besitzer kriegt das spitz und outet sich als sadistischer Homosexueller, der scharf auf den Bubi ist.

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Regisseur Kinji Fukasaku ist nicht umsonst der Vorzeige-Action-Regisseur Japans und hier war er sehr deutlich vom Erfolg des amerikanischen GONE IN 60 SECONDS (1974) beeinflusst. Die Schnittfrequenz ist teilweise beachtlich, die Verfolgungsjagd für die 70er Jahre durchaus spannend und autoschrottig inszeniert und empathisch gelingt es Fukasaku sogar bedingt, das große Toei-Problem der arg schablonigen Charakterisierungen etwas zu mindern. Die Love Story zwischen Michi und Yamanoko kratzt mit ihrem Hin und Her bisweilen ein bisschen am Autorenfilm.
Höhepunkt ist aber das Finale. Die Showdown-Verfolgungsjagd dauert fast zwanzig Minuten. Yamanaka und Michi flüchten vor einigem hysterischem Overacting-Volk, unter anderem dem Polizeitrottel, dem arg brutalen Bruder, dem genannten Automechaniker, einem Filmteam inkl. Motorradgang, einigen zusätzlichen Polizeiwagen und schließlich noch Feuerwehr und Fußpolizisten, sodass am Ende ein Haufen Schrott und einige blutüberströmte Leichen übrig bleiben. Und spoilern will ich auch noch. Das Liebespärchen kommt davon. Hammse auch verdient.
BIG CRASH ist kurzweilige Exploitation-Unterhaltung, dennoch aber weder in der Filmografie von Fukasaku noch Sugimoto sonderlich herausragend.
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Arthouse-Exploitation-Gewichtung 30:70

Schulnote: 2

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
DER TIGER VON OSAKA (Yukio Noda)
WILD SEX GANG (Takayuki Miyagawa)
GONE IN 60 SECONDS (H.B. Halicki)
mochten

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