WILD SEX GANG (Boso sekkusu-zoku)

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Japan 1973
Regie:Takayuki Miyagawa
Drehbuch: Norifumi Suzuki, Masahiro Kakefuda
Produzent: Kanji Amao
Kamera: Toshio Masuda
Musik: Masaki Ueda
Darsteller: Tsunehiko Watase, Takashi Shirai, Miki Sugimoto
83 min

Miki Sugimoto 2: Mäßig interessanter Motorrad-Sleaze

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Der reiche Schnösel Junya hat nur Eins im Sinn: Sich auf seinem Motorrad Rennen mit Polizisten zu liefern. Das macht ihn leicht unbeliebt, nicht nur bei der Polizei, auch bei seinen Bosozoku-Kumpels, die sich von ihm langsam aber sicher distanzieren. Das macht Junya tendenziell traurig. Doch auf jeden Topf passt ein Deckel, als Junya sich in die ebenfalls geschwindigkeitssüchtige Hiroko (Miki Sugimoto) verliebt. Er will mit ihr abhauen. Doch Junya wird vorher von dem „Bosozoku-hanta“ (Motorrad-Rowdy-Jäger) Hongo beim Rasen erwischt – und auch noch verprügelt, weshalb sich Junya aus Rache an dessen Freundin ranmacht und sie verführt. Hat eben nur Mist im Kopf, der Junya. Hongo nimmt das mit seiner Freundin bizarrerweise persönlich und liefert sich mit Junya einige äußerst langatmige Verfolgungsjagden, die nicht gut für das junge Glück von Junya und Hiroko enden.
Takayuki Miyagawa war vornehmlich Regieassistent und hat nur bei zwei Filmen selbst Regie geführt: WILD SEX GANG aka HELL RIDERS IN KYOTO und FEMALE NINJAS: IN BED WITH THE ENEMY.
Während FEMALE NINJAS 1976 ein durchaus gelungener Nachtrag zum Pinky Violence-Genre ist, krankt Miyagawas Debüt leider an einigen Schwächen, wie einem etwas zerfahrenen Drehbuch und ziemlichen Timing-Problemen im Erzählfluss. Abgesehen davon gestaltet es sich etwas schwierig, den Unsympathen Junya als Identifikationsfigur zu etablieren, rebellische Jugend hin oder her.

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Einzig der Unoriginalitäts-Vorwurf, dass WILD SEX GANG nur ein müder Abklatsch von Norifumi Suzukis SUKEBAN-Filmen wäre, ist nicht gegeben. Miyagawas Debüt ist eher eine Neuinterpretation eigener Ideen, da er nicht nur Regieassistent bei allen vier von Suzuki inszenierten SUKEBAN-Filmen, sondern auch deren Co-Autor war. Besonders offensichtlich ist das, wenn Miyagawa genau wie Suzuki in SUKEBAN 1: QUEEN BEE’S COUNTER ATTACK (1971) dem Ficken beim Motorradfahren huldigt. Wie sieht das aus? Wie sich das eben ein Schweinkram-Hirn vorstellt. Frau liegt mit dem Rücken nackt auf Motorrad; Typ, ebenfalls nackt, fickt und fährt gleichzeitig. Tja, in den 70ern waren Schauspielermimosen noch verpönt. Leider ist diese Szene aber nur eine positive Ausfallerscheinung.
Trotz allem Rumms, Bumms und rrrrrRRROOOAARRRRRRRRrrr ist WILD SEX GANG erstaunlich fad. Es ist fast schon ein Kunststück (zumal Miyagawa bei Suzuki gelernt hat), trotz viel bewegter Kamera, vor allem in den Motorrad-Verfolgungsjagden, so etwas so unglaublich dahinplätschernd zu inszenieren. Die 19-jährige Miki Sugimoto hölzert leider mal wieder nur hübsch rum, der damals 28-jährige Hauptdarsteller Tsunehiko Watase schlägt sich als jugendlicher Draufgänger lediglich passabel, die tragische Love Story ist nur vom Toei-Reißbrett und sogar die kurzen Ausflüge in Sexploitation-Gefilde wirken aufgesetzt, da sie teilweise relativ zusammenhangslos in den Film integriert wurden.
Wie der Originaltitel schon andeutet, kann WILD SEX GANG als Vorläufer der Bosozoku (Motorradgang-Filme) gesehen werden, einem relativ kurzlebigen Genre, das seinen Höhepunkt Mitte der 70er erlebte mit der Kultdoku GOD SPEED YOU! BLACK EMPEROR (1975) und der vierteiligen BAKUHATSU-Filmreihe (1974-1976), die zu drei Vierteln von Teruo Ishii inszeniert wurde.
Danke, Nächster bitte!
reda

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Arthouse-Exploitation-Gewichtung 30:70

Schulnote: 3

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
DETONATION! VIOLENT RIDERS (Teruo Ishii)
VIOLENT PANIC: THE BIG CRASH (Kinji Fukasaku)
DER TIGER VON OSAKA (Yukio Noda)
mochten

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