HOT SPRINGS SUPPON GEISHA (Onsen suppon geisha)

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Japan 1972
Regie: Norifumi Suzuki
Vorlage: Masahiro Kakefuda
Drehbuch: Ikuo Sekimoto, Norifumi Suzuki
Produzent: Kanji Amao
Kamera: Toshio Masuda
Musik: Ichiro Araki
Darsteller: Miki Sugimoto, Yoko Mihara, Emi Jo, Masumi Jun
84 min

Miki Sugimoto 1: Leicht provokantes Pink-Filmchen

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Mitte 1971 begann die kreativste Phase Norifumi Suzukis. In nur eineinhalb Jahren drehte er zwölf Autorenfilme, wovon die meisten als Klassiker des Pinky Violence-Genres gelten.
Dafür musste mit ONSEN MIMIZU GEISHA erst mal die Basis geschaffen werden.
Teruo Ishii hatte 1968 einen Riesenerfolg mit ONSEN ANMA GEISHA, einem banalen Pinkfilmchen (ohne Gewalt wohlgemerkt!) über die erotischen Abenteuer von Geishas in Badehäusern. Viele Männer müssen dabei über viele Frauen drüber und zum Schluss besiegt die beste (titelgebende) Geisha die Männer in einem Bums-Wettkampf, das alles gepaart mit sehr albernen Gags. Weil Ishii im Zuge des internationalen Erfolgs seiner TOKUGAWA-Reihe jedoch immer neue Variationen seines Lieblingsthemas kreieren musste/wollte, drehten Misao Arai mit ONSEN PONBIKI JOCHU (1969) und Sadao Nakajima mit ONSEN KONNAYAKU GEISHA (1970) weitere Heiße-Quellen-Variationen. Die sechsteilige ONSEN-Reihe war somit geboren.
Für ONSEN MIMIZU GEISHA (Juli 1971), dem vierten Teil, war Suzuki an der Reihe. Das Drehbuch schrieb er zusammen mit Masahiro Kakefuda, einem langjährigen Freund und Kollegen, der mit der schwierigen „Zusammen“-Arbeit mit Teruo Ishii höchst unzufrieden war und ab jetzt Suzukis Stammautor werden sollte.
Zudem schleppte Norifumi noch zwei Gören an, die da hießen: Reiko Ike und Miki Sugimoto. Erstere wollte er zu der Sophia Loren Japans aufbauen. Wie es dazu kam, erzählt er in seiner gewohnt nonchalanten Art: „Wir haben diese Mädels in einer Bar gesehen und baten sie, zu uns rüber zu kommen und ich erzählte ihnen, ich sei Filmproduzent. Mein Hauptaugenmerk lag auf Ike, aber ich dachte, eigentlich könnten wir das Mädchen neben ihr auch noch nehmen. Ich fragte sie, ob sie Schauspielerinnen werden wollten, und sie sagten einfach JA.“
Berüchtigt wurde ONSEN MIMIZU GEISHA, in dem diesmal Reiko mit ihrer Mimizu/Erdwurm-Muschi alle Männer besiegt, später vor allem, als sie ausplauderte, dass sie damals noch 16 Jahre alt war.

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Die 16-Jährige Reiko spielte somit die Hauptrolle in Suzukis erstem harmlosen Pinky Violence-Eintrag, die gerade 18 gewordene Miki nur eine Nebenrolle. Von da an waren beide Mädels mehr oder weniger gleich stark angesagt und bei Norifumis folgenden Filmen vertreten. Es folgten die beiden ersten SUKEBAN-Filme im Oktober 1971 und Februar 1972. Dazwischen erschien Weihnachten 1971 noch das Exploitation-Drama INHERTITED SEX MANIA erneut mit Reiko in der Hauptrolle und Miki in einer kurzen Lesbenszene am Anfang des Films. Während der Dreharbeiten zum zweiten SUKEBAN-Film sagte Reiko plötzlich Tschüss zu Norifumi und ihrer Filmkarriere. Sie hatte gerade eine Platte aufgenommen und hoffte darauf, eine Karriere als Popstar zu starten. Nun, da Zugpferd 1 weg war, bekam Miki die Hauptrollen, zuerst bei TOKUGAWA SEX BAN im April 1972. Direkt im Anschluss (Juli 1972) durfte sie sich als die Geisha mit der „Schnappschildkröten-Muschi“ in ONSEN SUPPON GEISHA beweisen, dem völlig übertriebenen fünften Teil der ONSEN-Reihe. Schon der Vorspann ist Provokation pur: Miki strippt zu den Credits auf einer Showbühne und zum Ende des Vorspanns erscheint Suzukis Regie-Credit über dem abgedunkelten Schambereich des It-Girls. Und provokant gehts weiter. Neben den üblichen Sex-Szenen, in denen Miki mit der Supermuschi allen Männern den Garaus macht, gibt es beispielsweise eine Nebenhandlung, in der ein Hippie-Chemiker mittels Vaginalsekreten eine Formel erfindet, mit der aus einer schüchternen Japanerin eine Black-Power-Bitch inkl. Afro wird. Masumi Jun legt sich bei einem Fickwettbewerb auf einem Fußballfeld ins Zeug und zum Schluss bumst Miki noch einen Sex-Guru bis zur Epilepsie und seine Mitstreiter ins Koma.
ONSEN SUPPON GEISHA ist dank seiner etwas extremeren Provokationen etwas unterhaltender als die Vorgänger der Reihe, aber lässt doch einiges zu wünschen übrig. Der Fokus lag wie bei allen ONSEN-Filmen mehr auf Sex als auf Gewalt und eben leider auch auf tumbem Humor. Es dürfen also wieder jene herzlich lachen, die asiatischem Kasperle-Slapstick etwas abgewinnen können.
reda

Dieser Text erschien abgewandelt erstmalig im Splatting Image Nr.78, Juni 2009.
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Arthouse-Exploitation-Gewichtung 40:60

Schulnote: 2-

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
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mochten

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