GIRL SLAVES OF MORGANA LE FAY (Morgane et ses nymphes)

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Frankreich 1970
Regie: Bruno Gantillon
Drehbuch: Bruno Gantillon, Jacques Chaumelle
Produzent: Gisele Rébillon, Catherine Winter, Raymond Gautreau
Kamera: Jean Monsigny
Musik: Cisco El Rubio
Darsteller: Dominique Delpierre, Mireille Saunin, Michèle Perello, Alfred Baillou
86 min

Sexual-Terror der entfesselten Nymphen

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Vorsicht ist geboten, wenn sich verschiedene Seiten einig sind, dass mal wieder ein vernachlässigtes Meisterwerk ausgegraben wurde. Wenn dieses sogar noch an Sex-Vampir-Großmeister Jean Rollin gemahnen soll, ist die Aussage noch gewagter. Doch GIRL SLAVES OF MORGANA LE FAY enttäuscht nicht und hält dieses Zepter völlig zurecht hoch. Und es beweist z.B. einem gewissen Herrn Cervi und seinem dahindümpelnden QUEENS OF EVIL, dass Eurotrash mit einem Minimum an Handlung nicht langweilig, sondern reduziert und dennoch stimmig sein kann.
Der Anfang ist ganz klassisch: Francoise und Anna fahren mit dem Auto in den Urlaub, haben nachts eine Autopanne und müssen in einem Schuppen nächtigen. Als Francoise am nächsten Morgen erwacht, ist Anna verschwunden. Der Schuppen scheint einem Zwerg zu gehören, der Francoise durch den Wald begleitet und ihr ein Schloss auf einer kleinen Insel zeigt. Als Francoise sich zum Zwerg umdreht, ist dieser verschwunden. Sie geht hinunter zum See und besteigt ein Boot, das sie wie von Geisterhand zur Insel trägt. Dort warten leicht bekleidete Damen und die Schlossherrin Morgana auf sie. Morgana verspricht Francoise nicht nur, Anna wiederzufinden, sondern auch das Geheimnis ewiger Jugend…

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Wie gesagt, viel mehr passiert da nicht. Was einen erwartet, wenn 1970 ausschließlich hübsche junge Frauen und ein Zwerg auf einer Insel rumlümmeln, ist absehbar: Lesbos lässt grüßen. Wie auch bei Jean Rollin lebt GIRL SLAVES OF MORGANA LE FAY von seinem wirklich traumhaften Ambiente, das viel nacktes Fleisch und wenig Stoff zeigt. Aber all das ist trotz Sleazefaktor unaufdringlich sexploitativ dargestellt, fast wie der Traum einer lesbischen kleinen Prinzessin („This movie is full of lesbian kissing and love making. There’s absolutely no heterosexual content and only one male character, so it’s pretty perfect in that sense.“, zit. nach Clublez, Online-Lexikon für lesbische Filmszenen). Gewalt gibt es hier fast nicht, nur Nachwuchssternchen, denen die Schminke von den Augen bröckelt, die seltsame Sachen säuseln und die sich generell ganz wohl in ihrem unwirklichen Ambiente zu fühlen scheinen.
Es sollte noch erwähnt werden, dass der Film mit dem Budget und Equipment eines Kurzfilms gedreht wurde, das Schloss Chateau de Val wegen Restaurierungsarbeiten für nen Appel und n Ei zu haben war und nichts ausgestattet werden musste. Warum ein solch gigantisches Projekt 1970 so nebenbei gedreht wurde, aber heutzutage unmöglich zu finanzieren ist, wird sich mir nie erschließen. Vielleicht wird einfach zu wenig gefoltert?
reda

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Arthouse-Exploitation-Gewichtung 40:60

Schulnote: 2+

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
DIE NACKTEN VAMPIRE (Jean Rollin)
SEXUAL-TERROR DER ENTFESSELTEN VAMPIRE (Jean Rollin)
REQUIEM FOR A VAMPIRE (Jean Rollin)
mochten

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