QUEENS OF EVIL (Le Regine)

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Italien/Frankreich 1970
Regie: Tonino Cervi
Vorlage: Benedetto Benedetti, Tonino Cervi
Drehbuch: Tonino Cervi, Raoul Katz, Antonio Troiso
Produzent: Alessandro Jacovoni
Kamera: Sergio D’Offizi
Musik: Francesco Lavagnino
Darsteller: Ida Galli, Silvia Monti, Haydee Politoff, Ray Lovelock
87 min

Hippie vs. drei schwarze Witwen

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Ein Hippie gurkt mit seinem Motorrad ziellos durch die Gegend und hilft nachts einem etwas sonderbaren Aristokraten bei einer Autopanne. Er nächtigt in einem Schuppen, wird dort morgens von einer hübschen jungen Dame geweckt und gebeten, möglichst schnell zu verschwinden. Der Grund dafür wird ihm präsentiert, als er sein Motorrad besteigt: Die zwei Schwestern der Dame stehen vor ihm und schon ist es um ihn geschehen. Nacheinander wird er von den drei Frauen verführt. Und weil wir uns in Eurotrash-Gefilden des Jahres 1970 befinden, wird das nicht gut für ihn enden.
Vielleicht hatte sich der damals durchaus erfolgreiche Produzent Tonino Cervi nach seinem Regiedebüt, einem Bud Spencer-Western, mit dem Nachfolgeprojekt thematisch etwas übernommen, denn LE REGINE ist ein arg zwiespältiges, bisweilen sogar zähes Vergnügen. Allein die Autopanne am Anfang nimmt zehn Minuten Filmzeit in Anspruch, ganz zu schweigen vom gefühlt ewigen Rumgebalze um die drei Frauen. Nach der Halbzeit kommt der Film dann zaghaft in die Gänge, doch die Irrungen und Wirrungen des jungen Hippies münden leider in ein Ende, was schnell vorhersehbar ist.

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An sich ist es immer schön, wenn ein Film sich die Zeit nimmt, um so etwas wie Atmosphäre zu schaffen, vor allem in der Sex-und-Gewalt-Sturm- und Drangzeit der End-Sechziger. Doch auch das „Wenig“ will gefüllt sein. Da stößt Cervi schnell an seine kreativen Grenzen. Trotz liebevollen poppig-futuristischen Inneneinrichtungen inklusive übergroßen Porträts der drei Frauen im Wohnzimmer des Landhauses, dümpelt LE REGINE arg unoriginell aufgelöst vor sich hin. Jenseits der Ausstattungsleistungen gibt es nicht wirklich was fürs Auge. So sehr die Kamera auch versucht, die Mädels zu umschmeicheln, ein bisschen Hin- und Hergezoome schafft da keine Stimmung, zudem das publikumsrettende Exploitationpotenzial ebenfalls nur dürftig ausgereizt wird. Ida Galli, Silvia Monti und Haydee Politoff waren damals gut im Geschäft und rekelten sich durch diverse andere B-Pictures, doch in LE REGINE sind nur biedere Sexualitätsandeutungen inklusive Wegschwenken oder schnitt-technische Kopulationszerstückelungen angesagt, was den Schweinkramfaktor dann doch eher in Richtung Doris-Day-Film rückt. Ray Lovelock mimt den süßen Drei-Tage-Bart-Hippie, trällert zwei Liedchen für den netten Soundtrack und ist eben nett anzusehen
Fazit: Nett, nett und noch mal nett, aber mehr eben nicht.
reda

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Arthouse-Exploitation-Gewichtung 40:60

Schulnote: 3

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
DIE STRASSE NACH SALINA (Georges Lautner)
ROTE SONNE (Rudolf Thome)
DIE WEIBCHEN (Zbynek Brynych)
mochten.

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