TEMPTRESS OF A THOUSAND FACES (Qian mian mo nu)

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Hongkong 1969
Regie: Cheng Chang Ho
Drehbuch: Chin Sung
Produzent: Runme Shaw
Kamera: Yoshio Mamiya
Musik: Wang Fu Ling
Darsteller: Tina Chin Fei, Chen Liang, Lau Leung Wa
76 min

Ein weiblicher Fantomas in einer Turbo-Asiaspy-Perle

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Die 60er waren im Actionbereich dominiert von einer nicht enden wollenden Welle von James Bond Rip Offs. In Europa entstand sogar mit Eurospy ein ganzes Untergenre mit Hunderten von Filmen. Die Asiaten hinkten da etwas hinterher. In Japan passierte wenig, in Hongkong schon etwas mehr. Hervorragende Vertreter des dortigen Asiaspy-Untergenres waren BLACK FALCON, GOLDEN BUDDHA oder ANGEL WITH THE IRON FISTS. Das Nonplusultra in Sachen Erzähltempo, Style und Witz erschien allerdings am Ende des Jahrzehnts, als der Bond-Boom schon am Ausklingen war: In TEMPTRESS OF A THOUSAND FACES wurde alles verbraten, was damals angesagt war, und das in einem Erzähltempo, das den Zuschauer nach 76 Minuten mit gefühlt zwei Stunden RUMMS entließ. Nimmt man’s genau, ist der Film kein wirklicher Spy Movie, sondern eher FANTOMAS in weiblich, aber der Superbösewicht wird ja in Europa auch zu den Eurospy gezählt.

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Die titelgebende Temptress hat ihren Beinamen nicht von ungefähr, da sie in immer wieder verschiedenen Masken Juwelendiebstähle begeht. Doch die Polizeibeamtin Chi Ying ist ihr auf den Fersen, wird aber nicht nur einmal von der bösen Frau gekidnappt und in ihrer Abwesenheit von der Temptress ersetzt, was ihr nicht nur Probleme mit ihren Kollegen, sondern auch mit einer angehenden Beziehung zu Yu Ta beschert. Das ist die grobe Handlung, in der wirklich im Stakkatotakt eine Actionszene die nächste jagt. Pinkelpausen sind zwar möglich, da die Wendungen nicht sonderlich überraschend sind, aber eventuell wurde in den paar Minuten gerade eine Verfolgungsjagd, eine Liebesszene und ein Raub verpasst.
TEMPTRESS OF A THOUSAND FACES bietet sinnfreie Unterhaltung und liebevolle Popart-Bilder vom Feinsten. Sogar kleinere sexuelle Anzüglichkeiten kommen im Rahmen der Entstehungszeit und des anvisierten jugendlichen Zielpublikums nicht zu kurz. Das Production Value ist deutlich höher als bei den oft erbärmlich unterbudgetierten europäischen Kollegen. Dass der Kameraassi hier schärfetechnisch den nicht wenigen Zooms auffällig oft hinterherhinkt, wird aufgrund der Schnittfrequenz auch nur den wenigsten auffallen. Auch diverse Grimassier-Entgleisungen verzeiht man dieser kleinen, fast vergessenen Perle der Bondsploitation gerne.
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Arthouse-Exploitation-Gewichtung 40:60

Schulnote: 2+

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
ANGEL WITH THE IRON FISTS (Lo Wei)
BLACK FALCON (Takumi Furukawa)
GOLDEN BUDDHA (Lo Wei)
mochten

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