RAPE! (Okasu!)

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Japan 1976
Regie: Yasuharu Hasebe
Drehbuch: Kiyoharu Matsuoka
Produzent: Rioji Ito
Kamera: Yoshihiro Yamazaki
Musik: Yusuke Hoguchi
Darsteller: Natsuko Yashiro, Keizo Kanie, Naomi Tani
71 min

Hasebes Vergewaltigungs-Quintett Teil 1: Passiv vs. Aktiv

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Wer das erste Mal Thomas Weissers „The Sex Films: Japanese Cinema Encyclopedia“ aufschlägt, realisiert sehr schnell bei Review-Stichproben, dass im japanischen Sexfilm das Erniedrigen und Vergewaltigen von Frauen äußerst beliebt ist, und dies auch jenseits der reinen SM-Filme des Genres. Besonders ausgeprägt war und ist diese Pink-Schublade im Gesamtwerk des japanischen SM-Vorzeige-Literaten Oniroku Dan und den dazugehörigen Verfilmungen sowie in den meisten Roman Porno. Der erste Höhepunkt dieses Phänomens waren die Violent Pink-Filme von Yasuharu Hasebe (Nicht zu verwechseln mit Toeis Pinky Violence-Filmen!) Mitte der 70er mit ihrer Mischung aus Krimi, Action, Gewalt, Vergewaltigung und manchmal auch Sex. Hasebes Vergewaltigungs-Quintett vermochte es einerseits die Herzen des (männlichen) Publikums zu gewinnen wie auch das Gehirn von Nikkatsus Studiobossen einer Zerreißprobe zwischen Profitgier und moralischer Verantwortung zu unterziehen.

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In RAPE! wird eine schüchterne Bibliotheksangestellte (gespielt von Natsuko Yashiro) gleich zu Beginn brutal und wortlos im Aufzug ihres Wohnhauses bei einer Vergewaltigung entjungfert. Durch den achtlosen Kommentar „Frauen vergessen nie ihren ersten Liebhaber“ ihrer Kollegin beeinflusst, irrt sie nachts durch die Stadt und lässt sich wahllos auf jedes Sex-Angebot von Männern ein. Ihr anfänglicher Ekel vor dem anderen Geschlecht kippt bald mangels anderer Erfahrungen in aktive Beteiligung um. Schließlich benutzt sie sogar Walnüsse, die ihr Vergewaltiger (Keizo Kanie) im Aufzug verloren hat, zur Selbstbefriedigung.
Als Yashiro zufällig ihrem Vergewaltiger, einem tierlieben LKW-Fahrer (Die Nüsse waren für sein Erdhörnchen!), wiederbegegnet, setzt sie sich zu ihm in den LKW, zieht sich aus und bietet sich ihm erneut an. Von der Situation völlig überfordert hält dieser in einem Waldstück an und versucht sie vor dem Wagen abzustechen. Im folgenden Off-Gerangel landet das Messer allerdings in seinem Bauch. Er zieht das Messer heraus, wirft es Richtung Yashiro, verfehlt sie aber. Sie stürzt sich auf den Sterbenden und nutzt seine Todeszuckungen für einen letzten Ritt.
RAPE! wirft wie auch Paul Verhoevens FLEISCH UND BLUT mit dieser Schlussszene eine interessante, etwas anders gelagerte Rape-Revenge-Frage auf: Was ist, wenn das Opfer das Täter-Opfer-Spielchen umdreht, der Psychopath sozusagen seines Machtmonopols beraubt wird? Ist das Opfer noch Opfer, wenn es Täter wird? Ich bin mir sicher, dass eine Institution wie die FSK den aufklärenden Charakter dieses Exploitationklassikers mit Wohlwollen bewerten würde.
reda

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Arthouse-Exploitation-Gewichtung 40:60

Schulnote: 2

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
ASSAULT! JACK THE RIPPER (Yasuharu Hasebe)
RAPE – 13TH HOUR (Yasuharu Hasebe)
ATTACKED!! (Yasuharu Hasebe)
RAPING! (Yasuharu Hasebe)
mochten

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