RAPE – 13TH HOUR (Reipu: 25-ji bokan)

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Japan 1976/77
Regie: Yasuharu Hasebe
Drehbuch: Chiho Katsura, Yoshio Shirasaka
Produzent: Ryoji Ito
Kamera: Masaru Mori
Musik: Taichi Tsukimizato
Darsteller: Akira Takahashi, Yudai Ishiyama, Yuri Yamashina, Natsuko Yashiro
73 min

Hasebes Vergewaltigungs-Quintett Teil 3: Misogynie und Homophobie

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ASSAULT! JACK THE RIPPER und RAPE – 13TH HOUR brechen aus dem Muster der anderen drei Filmen des Quintetts aus, da hier nicht eine vergewaltigte Frau im Mittelpunkt der Geschichte steht, sondern in dem Einen ein heterosexuelles und im Anderen ein (latent) homosexuelles Pärchen.
Auf der Flucht vor einer Schwulengang nutzt ein Serienvergewaltiger (Yudai Ishiyama) die Hilfsbereitschaft eines Tankwarts (Akira Takahashi) aus, um erneut in eine Wohnung einzubrechen und dort eine Ballerina (Yuri Yamashina) brutal zu vergewaltigen. Angestachelt von Ishiyama vergewaltigt auch Takahashi die Frau. Nach einigen weiteren gemeinsamen Vergewaltigungen, in deren Verlauf Takahashi immer mehr den aktiveren Part der beiden übernimmt, wird Ishiyama erneut von der Gang gefunden und willigt ein, mit ihnen mitzugehen, da ihr Anführer Sex mit ihm haben möchte. Als sich dieser ihm mit heruntergezogener Hose anbietet, verprügelt ihn Ishiyama. Er flieht, wird aber zusammen mit dem Tankwart von der Gang gefasst und in ein verlassenes Schwimmbad geschleppt. Dort kommt es zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf Ishiyama in ein leeres Schwimmbecken stürzt und dort sterbend zuerst anal und (nachdem ihm mit einem Hammer die Zähne rausgeschlagen wurden) oral vergewaltigt wird. Dem Tankwart gelingt die Flucht und die Ermordung der kompletten Gang. Schließlich fällt er wieder bei der Ballerina ein, um das Vergewaltigungswerk seines toten „Lehrmeisters“ fortzuführen.
Jenseits der üblichen brutalen Vergewaltigungsarien ist RAPE – 13TH HOUR ein bizarrer Beitrag zum Thema Homophobie. Ein latent homosexuelles Pärchen kaschiert das Coming-Out durch möglichst misogynes Verhalten. Na, wenn da nicht der homophob-misogyne Exploitationfan kotzt, weiß ich nicht.

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Was sich hier zusammengefasst äußerst grotesk und comichaft anhört, oft sogar als Satire fehlinterpretiert wurde, waren Pinkfilme im Grenzbereich zum Kriminal-, Action- und Horrorfilm und wurden von Hasebe ohne Anflüge von Ironie inszeniert („Ich mag es nicht, wenn man mit Kino Spielchen macht. (…) Ich nehme Filme machen verdammt ernst.“, Yasuharu Hasebe), wobei sich die hanebüchene innere Logik von RAPE! bis zum Ende von RAPE – 13TH HOUR noch steigert. Die allen Filmen – jeweils auf eine andere Art – eigene Pervertierung von Moral gepaart mit dem äußerst brutalen Ende hier (Nach Ishiyamas Vergewaltigung werden zwei der drei Gangmitglieder mit einer Rohrzange erschlagen und der dritte von einem Auto zerquetscht) veranlasste Nikkatsus Studiobosse den Film fürs Kino umzuschneiden und danach ihrer gerade begonnenen Violent-Pink-Reihe, trotz guter bis sehr guter Zuschauerzahlen, ein schnelles Ende zu setzen.
Hasebes filmische Provokationen auf allen Ebenen verkehren mit einer radikalen Anti-Moral alle Werte einer „anständigen“ Welt ins Gegenteil, der Schritt zur Groteske ist nicht weit: Der Tankwart aus RAPE – 13TH HOUR wird für seine Tat von einem Vergewaltigungsopfer sogar noch mit Geld entlohnt, Natsuko Yashiro stürzt sich in RAPE! lüstern auf ihren sterbenden Vergewaltiger und Asami Ogawa hofft sogar am Ende von ATTACKED!!, dass sie ihr namenloser Peiniger immer weiter vergewaltigen wird.
reda

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Arthouse-Exploitation-Gewichtung 40:60

Schulnote: 2

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
RAPE! (Yasuharu Hasebe)
ASSAULT! JACK THE RIPPER (Yasuharu Hasebe)
ATTACKED!! (Yasuharu Hasebe)
RAPING! (Yasuharu Hasebe)
mochten

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