DIE SCHWARZE ROSE IST DAS EMBLEM DES BEDAUERNS, DIE ROTE ROSE DAS EMBLEM DER LIEBE (Chyornaya roza – emblema pechali, krasnaya roza – emblema lyubvi)

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Sowjetunion 1989
Regie, Drehbuch: Sergei Solowjow
Produzent: Mosfilm
Kamera: Yuri Klimenko
Musik: Boris Grebenschtschikow
Darsteller: Tatiana Drubich, Mikhail Rozanov, Alexander Bashirow
132 min

Solowjows Perestroika-Trilogie Teil 2: Laber-Rhabarber

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DIE SCHWARZE ROSE IST DAS EMBLEM DES BEDAUERNS, DIE ROTE ROSE DAS EMBLEM DER LIEBE, Sergei Solowjows zweiter Teil seiner Perestroika-Trilogie gilt ebenso wie ASSA (1987) als Kultfilm. Kultfilme funktionieren für eine bestimmte Zielgruppe, andere können meistens wenig, bis nichts damit anfangen. Ich gehöre leider zur Gruppe „Wenig“ mit starker Tendenz zu „Nichts“ bei diesem Film. Das liegt vor allem daran, dass ich von Solowjows Bildern verwöhnt bin, und die gibt es in diesem Film definitiv nicht. Allein für die Screenshot-Suche habe ich noch mal den halben Film gebraucht, weil es einfach nichts wirklich Lohnenswertes gibt. Die ganzen 132 Minuten spielen bis auf sehr wenige Ausnahmen (zwei Traumsequenzen plus einer historischen Veräppelung von Stalin, der Kackprobleme hat) ausschließlich in einer End-80er-Ranz-WG, in der alle Beteiligten (Bewohner und Besucher) in lustig gemeinten, aber unglaublich unlustigen Dialogen diverse Traumata nach den Toden von Stalin und Breschnew und ihre jetzige Ziellosigkeit erörtern, abfeiern oder betrauern.

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Die Bude besteht aus Tolik, einem Bekloppten im Bademantel, dessen Rumgehampel ziemlich nervt (Schauspieler Alexander Bashirow hatte in allen drei Perestroika-Filmen und ASSA 2 immer ähnliche Rollen); Alexandra, die zufällig in die WG geraten ist, weil sie ihr Vater in einer Wohnung gegenüber zum Lernen eingesperrt hat und sie durchs Fenster getürmt ist (Schauspielerin Tatiana Drubich ist auch Alika in beiden ASSA-Filmen); Vladimir, ihr großkotziger und doppelt so alter Freund, der so tut, als hätte er es im Kapitalismus zu etwas gebracht (Schauspieler Alexander Abdulow spielt auch im Trilogie-Abschluss mit); der jugendliche Mitya, ein verwaistes Kind, nicht nur von seinen Eltern, sondern von alten Idealen und sein glatzköpfiger Vormund, der beste Freund von Tolik (Schauspieler Ilya Iwanow ist auch in den beiden anderen Perestroika-Filmen zu sehen).
Die sitzen da, labern Grütze, springen manchmal zu Musik rum oder frusten ab, vermutlich eine Zustandsbeschreibung in Zeiten der Sinnsuche. Die einzige „Handlung“ im klassischen Sinn kommt nach etwa 80 Minuten auf, wenn Alexandra gesteht, dass sie schwanger ist, ihr Freund den Schwanz einzieht und Bubi Mitya die Vaterschaft übernehmen will. Damit das auch alles so klappt, lässt sich Bubi zum Schluss noch taufen.
Ich kann verstehen, dass da viele sagen können:“Jawoll, genau so wars.“
Schön für sie. Ich war nicht dabei.
Ich fand ihn anstrengend, einfach nur anstrengend.
reda

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Arthouse-Exploitation-Gewichtung 70:30

Schulnote: 4-

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
ASSA (Sergei Solowjow)
DAS HAUS UNTER DEM STERNENHIMMEL (Sergei Solowjow)
ASSA 2 (Sergei Solowjow)
mochten.

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