CRAZY FOR LOVE (Koigurui)

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Japan 1971
Regie: Akira Kato
Drehbuch: Jun Kobayakawa
Kamera: Kenji Hagiwara
Musik: Sansaku Okuzawa
Darsteller: Kazuko Shirakawa, Rhuji Ohizumi, Mitsuko Aoi
73 min

Seemannsbraut wird Nymphomanin.

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Nikkatsus zweites Roman Porno Double Feature war schon um einiges gewagter als der Einstand. Beide Filme verzichteten auf ein Happy End und die Figuren wurden nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst.
Akira Kato war wie viele Andere bei Roman Porno gerade vom Assistenten zum Regisseur aufgestiegen. Seinen Einstand hatte er Anfang des Jahres bei TOO YOUNG TO PLAY LIKE THIS, dem letzten Teil der GIRLS JUNIOR HIGH SCHOOL-Trilogie, die wiederum Nikkatsus Vorläufer des TERRIFYING HIGH SCHOOL GIRLS-Quartetts von der Konkurrenz Toei war. Kato war von Anfang an einer der Wackelkandidaten zwischen Ambition und Soll-Erfüllung. Auf sein Debüt bei Roman Porno traf Ersteres zu, man kann ja nicht gleich den ersten Film nur hinrotzen. CRAZY FOR LOVE ist seine inszenatorische Sorgfalt in vielen Bildkompositionen anzusehen. Inhaltlich wurde einfach Nishimuras APARMENT WIFE-Einstand ein bisschen abgewandelt, die Hauptrolle wie im anderen Film auch mit Kazuko Shirakawa besetzt, denn wie heißt es im Bayerischen so schön: „Das war ja eine gemähte Wiese.“

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Tetsuji ist Kapitän eines Handelsschiffes. Als er nach einer mehrwöchentlichen Tour nach Hause kommt, ist seine Frau verschwunden. In Rückblenden wird erzählt, dass sie es ganz einfach ohne Sex nicht mehr ausgehalten hat. Ihre „Verzweiflung“ wird dem Publikum auch schön räkelig mitgeteilt. So torkelt sie also lüstern durch die Straßen, bis sie sich schließlich einen LKW-Fahrer aufreißt. Auf den Geschmack gekommen, reiht sich ein Sexabenteuer ans andere, bis sie von ihrer Schwester an eine Puffmutter aus Singapur vermittelt wird. Allerdings nicht ohne Hintergedanken, denn auch Schwesterchen ist scharf auf den Kapitän. Ihr Geständnis ihm gegenüber entpuppt sich jedoch als denkbar schlechteste Idee, denn der ist vor Verzweiflung kurz vorm Durchdrehen und scheppert jetzt ganz durch. Zuerst verprügelt er sie, und weil er sie im Wahn auch noch für seine Frau hält, penetriert er sie noch äußerst unzart und erwürgt sie bei seinem Orgasmus. Völlig desolat kehrt er auf sein Schiff zurück.
Sex und Tod die Erste, im zweiten Teil des Doppelpacks wirds ähnlich enden. Akira Kato war nicht zimperlich, was Frauenhaue anging. Auch CRAZY FOR LOVE ist ein Fest für Frauenfeinde: Da spratzen die Blutstriemen, wenn Tetsuji mit dem Gürtel zudrischt. Hauptdarstellerin Shirakawas Darbietung in Sachen Rumgeleide und -geräkele verzückte denn auch das Publikum sehr, sie wollten mehr.
Zusammengefasst ein Roman Porno leicht über Durchschnitt, aber auch nicht wirklich weltbewegend.
reda

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Arthouse-Exploitation-Gewichtung 30:70

Schulnote: 3+

Dieser Film beschert Menschen einen unterhaltsamen Abend, die
NEWLYWED HELL (Akira Kato)
POACHING WIFE (Takashi Sugano)
WIFE’S SEXUAL FANTASY (Masaru Konuma)
mochten

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